Während unserer Motorradreise durch Südfrankreich führte uns der Weg von den kurvigen Straßen der Cevennen schließlich in die Weite der Camargue – eine ganz andere Landschaft: flach, vom Wind gezeichnet, salzig in der Luft. Hier liegt einer der faszinierendsten Orte, die wir bislang auf unserer Tour entdeckt haben: die Salinen von Aigues-Mortes, Heimat des berühmten „Fleur de Sel de Camargue“.
📍 Was sind die Salinen von Aigues-Mortes?
Die Salinen (französisch: Les Salins d’Aigues-Mortes) sind ein riesiges Gelände zur Salzgewinnung durch Verdunstung von Meerwasser – und das bereits seit der Antike. Heute gehören sie zu den bedeutendsten Salinen Europas und erstrecken sich über mehr als 10.000 Hektar entlang der Mittelmeerküste.
Hier wird das bekannte Meersalz der Camargue produziert – besonders das feine Fleur de Sel, das von Hand geerntet wird. Die Salinen sind aber nicht nur ein Produktionsort, sondern auch ein ökologisch wichtiges Feuchtgebiet mit über 200 Vogelarten, darunter unzählige Flamingos, die in den rosafarbenen Becken leben.
🧭 Besuchsmöglichkeiten: Wie kann man die Salinen erleben?
Die Salinen sind für Besucher von März bis November geöffnet und bieten mehrere Erkundungsmöglichkeiten:
- Mit dem kleinen Touristenzug (ideal bei Hitze)
- Geführte Touren im Geländewagen
- Fahrradtouren
- Individuelle Wanderung zu Fuß
Wir haben uns für die Variante zu Fuß entschieden – weil wir uns gern Zeit nehmen, schauen, fotografieren, erleben. Die Wege führen entlang der rosafarbenen Salzbecken, durch offene Landschaft und bis hin zum berühmten Salzberg, auf den man seit 2016 offiziell steigen darf.
🥾 Unser Erlebnis: Zu Fuß auf den Salzberg
Der Höhepunkt unseres Besuchs war wortwörtlich der Aufstieg auf den „Camelle“, den riesigen Salzberg. Rund 20 Meter hoch, mit einer Steigung von etwa 15 %, und komplett aus reinstem, weißem Meersalz. Der Weg nach oben ist etwas rutschig, aber gut machbar – festes Schuhwerk ist empfehlenswert.
Oben angekommen: ein Ausblick wie auf einem anderen Planeten. Zu unseren Füßen die rosa Wasserflächen, weiße Salzpfannen, die geometrisch angelegten Becken, der Wind, die Sonne – und in der Ferne die historischen Stadtmauern von Aigues-Mortes.
Ein magischer Moment.
🌿 Salz, Natur & Nachhaltigkeit
Was uns besonders beeindruckt hat, ist das Zusammenspiel aus traditionellem Handwerk und moderner, nachhaltiger Produktion. Die Sauniers (Salzbauern) arbeiten mit Sonne, Wind und Wasser – und mit viel Wissen, das über Generationen weitergegeben wird.
Das Salz wird in mehreren Phasen gewonnen:
- Das Meerwasser wird über Kanäle in die Becken geleitet.
- Durch Verdunstung steigt der Salzgehalt.
- Schließlich bilden sich an der Oberfläche feine Salzkristalle – das Fleur de Sel –, das per Hand abgeschöpft wird.
- Das gröbere Salz wird gesammelt und zu den gewaltigen Salzbergen aufgeschichtet.
Die Anlage dient gleichzeitig als Schutzgebiet für Flora und Fauna. Besonders die Flamingos und zahlreiche andere Wasservögel haben hier ihre Brutplätze – ein Paradies für Naturliebhaber und Fotografen.
📌 Praktische Tipps für deinen Besuch
- Eintritt: Tickets online oder vor Ort, günstigere Preise für Selbstgeher.
- Beste Zeit: Später Frühling bis Spätsommer – dann sind die Becken intensiv rosa und die Flamingos am aktivsten.
- Dauer: Für die Wanderung mit Aufstieg etwa 1,5–2 Stunden einplanen.
- Mitbringen: Wasser, Kopfbedeckung, Sonnencreme – es gibt kaum Schatten!
- Parken: Kostenloser Parkplatz direkt am Eingang.
🏁 Fazit: Ein Muss in der Camargue
Die Salinen von Aigues-Mortes waren eines der eindrucksvollsten Erlebnisse auf unserer Tour. Nicht nur wegen der außergewöhnlichen Landschaft, sondern auch wegen der Geschichte, der Verbindung von Natur und Handwerk – und dem Gefühl, auf echtem, knirschendem Salz zu stehen und in eine jahrtausendealte Kultur einzutauchen.
Wenn du in Südfrankreich bist: Mach einen Abstecher in die Salinen. Und geh zu Fuß – du wirst es nicht bereuen.

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