Das Silberbergwerk bei Bodenmais ist ein echtes Highlight im Bayerischen Wald – nicht nur für Geschichtsfans, sondern für alle, die einmal tief unter die Erde blicken und eine längst vergangene Welt entdecken möchten. Unter dem markanten Silberberg, auch bekannt als „Bischofshaube“, erstreckt sich ein weitverzweigtes Stollensystem, das heute als Besucherbergwerk zugänglich ist. Hier trifft eindrucksvolle Bergbaugeschichte auf faszinierende Geologie.
Tief unter dem Silberberg
Der Silberberg – von außen ein markanter, bewaldeter Hügel über Bodenmais – trägt seinen Namen nicht ohne Grund. Schon im 15. Jahrhundert wurde hier nach Silber gegraben. Später kamen andere Mineralien wie Vitriol dazu. Heute ist das Bergwerk stillgelegt, aber ein Teil davon ist als Schaubergwerk für Besucher zugänglich gemacht – mit Führungen, die richtig gut gemacht sind.








Ausgestattet mit Helm und Jacke geht es rund 600 Meter tief hinein in den sogenannten Barbarastollen. Die Temperatur liegt konstant bei etwa fünf Grad – angenehm kühl, aber definitiv jackenpflichtig. Im Inneren zeigt sich schnell, wie aufwendig und gefährlich die Arbeit hier früher war: Enge Gänge, schweres Gestein, und trotzdem schimmern überall Spuren von Mineralien.
Faszinierende Einblicke
Was mir besonders gefallen hat: Die Führung ist keine trockene Datenaufzählung, sondern lebendig erzählt. Man erfährt, wie die Bergleute früher gearbeitet haben, mit welchen Werkzeugen, unter welchen Bedingungen.
Wer es besonders mag, für den wäre die sogenannte Stollentherapie etwas, die in einem Nebenbereich des Bergwerks angeboten wird. Die saubere, kühle Luft hilft besonders Menschen mit Atemwegserkrankungen. Das wusste ich vorher nicht – und finde es total spannend, wie dieser Ort heute noch auf so vielfältige Weise genutzt wird.
Oberirdisch: Museum & Mineralien
Nach der Tour lohnt sich der Abstecher ins kleine Museum direkt beim Eingang. Hier sind echte Werkzeuge, alte Loren und natürlich viele schöne Mineralien ausgestellt – über 60 verschiedene Arten wurden im Silberberg entdeckt. Besonders für Kinder oder alle mit einem Faible für Geologie ist das ein Highlight. Auch eine Wanderung oder Fahrt zur Spitze des Silberbergs kann ich sehr empfehlen.
Wer sollte das Bergwerk besuchen?
Ganz ehrlich: Ich würde es jedem raten, der ein bisschen Abenteuerlust hat und neugierig ist. Für Familien mit Kindern ab etwa vier Jahren ist es gut geeignet – auch, weil die Führung nicht zu lang ist. Aber auch allein oder mit Freunden ist der Besuch ein Erlebnis. Besonders schön: Selbst bei Regen oder schlechtem Wetter ist das Silberbergwerk eine tolle Alternative zur klassischen Wanderung.
Tipps & Infos
- Dauer der Führung: ca. 45 Minuten
- Temperatur unter Tage: ca. 5 °C – warme Kleidung mitbringen
- Eintritt: Erwachsene ca. 10 €, Kinder ca. 6,50 € (häufig kostenlos mit Gästekarte)
- Offizielle Website: https://www.silberberg-online.de/index.html
- Lage: direkt bei Bodenmais, mit Seilbahn oder zu Fuß erreichbar
- Extra: Kombinierbar mit Seilbahnfahrt, Sommerrodelbahn und Berggasthof auf dem Gipfel










Mein Fazit
Ich bin ohne große Erwartungen gekommen – und mit vielen Eindrücken wieder rausgegangen. Das Silberbergwerk ist kein Museum hinter Glas, sondern ein Ort, an dem Geschichte greifbar wird. Man spürt, wie viel Arbeit, Hoffnung und Entbehrung hier einst unter der Erde steckten – und entdeckt dabei eine ganz neue Seite des Bayerischen Waldes. Für mich war’s definitiv ein Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde.