Schon lange habe ich davon geträumt, mit dem Motorrad auf Entdeckungstour zu gehen – und war es endlich so weit: Ich habe mich auf eine unvergessliche Reise durch Südfrankreich begeben! Gemeinsam mit meinen Eltern und meiner Schwester war ich mit meiner Yamaha MT-07 unterwegs – leicht bepackt, aber voller Vorfreude auf neue Eindrücke, unbekannte Orte und echte Erlebnisse auf der Straße.
Es ist übrigens nicht meine erste große Tour – letztes Jahr waren wir zu dritt mit den Motorrädern zehn Tage lang in Norwegen unterwegs. Diese Reise hat uns so begeistert, dass klar war: Das machen wir wieder!




Packliste – Minimalistisch, aber bereit für alles
Für alle, die sich selbst auf eine ähnliche Reise begeben möchten, hier meine grobe Packliste:
- Motorrad: Yamaha MT-07 (unkompliziert, agil und absolut tourentauglich)
- Gepäck: 2 Softbags, Barrel-Tasche + Tankrucksack
- Motorrad-Bekleidung: Funktionsunterwäsche, 2x Shirts, 1x leichte Motorradjacke, 1x Regenkombi, Helm, Handschuhe, Halstuch
- Alltagsbekleidung: 1x Pullover, 1x Leichte Jakce, 2x Tops, Kurze Hose & Rock
- Technik: Insta360, Laptop, Drohne, Powerbank
- Werkzeug & Ersatzteile: Mini-Werkzeugsatz
- Persönliches: Personalausweis, Geld (Bargeld & Kreditkarte), Notfallkontakt
- Hygieneartikel & Sonnencreme
Übernachtung: Wir reisen ohne Zelt – schlafen in Airbnbs oder kleinen Hotels, was das Gepäck deutlich reduziert und abends mehr Komfort bringt. Irgendwann möchte ich das aber noch mal machen – Motorradfahren & Zelten.
Wichtigster Tipp bislang: Gute Regenkleidung ist ein Muss! Tag 1 und 2 waren geprägt von immer wieder einsetzendem Regen – trocken zu bleiben macht den entscheidenden Unterschied beim Fahrspaß.
Unsere Route
- Tag 1 – Vom Heidekreis nach Mühlheim
- Tag 2 – Von Mühlheim nach Vallon-Pont-d’Arc
- Tag 3 – Ruhetag in Vallon-Pont-d’Arc
- Tag 4 – Von Vallon-Pont-d’Arc nach Florac
- Tag 5 – Von Florac durch das Tarn-Tal zur Dargilan-Höhle und weiter Richtung Küste
- Tag 6 – Von den Cevennen in die Camargue: Salz, Flamingos & das Mittelmeer
- Tag 7 – Ruhetag in Avignon: Papstpalast, Brücke und Altstadtflair
- Tag 8 – Von Avignon über Lourmarin und Saint-Tropez nach Grimaud
- Tage 9 – Ruhetag in Grimaud
- Tag 10 – Von Grimaud über die Gorges du Verdon bis nach Grasse
- Tag 11 – Von Grasse über Nizza bis nach Monaco
- Tag 12 – Über die Alpenpässe nach Briançon
- Tag 13/14/15 – Zurück nach Deutschland
Tag 1 – Vom Heidekreis nach Mühlheim
Los ging’s im Norden Deutschlands in unserer Heimat, dem Heidekreis – mit viel Vorfreude und immer wieder einsetzendem Nieselregen. Die Route führte über die Autobahn Richtung Süden, vorbei an Feldern, Wäldern und Industriegebieten, bis die Landschaft langsam hügeliger wurde.
Zwischenstopp: Mühlheim an der Donau
Ein echter Geheimtipp! Der kleine Ort liegt idyllisch im Donautal, umgeben von Felsen und Wald – ideal für eine erste Übernachtung. Besonders abends, wenn der Ort zur Ruhe kommt, spürt man die entspannte Atmosphäre.
Tagesetappe: ca. 700 km
Stimmung: Euphorisch, müde, aber voller Vorfreude
Highlight: Die ersten Kurven im Süden Deutschlands – und ein gemütlicher Abend mit der Familie.
Tag 2 – Von Mühlheim nach Vallon-Pont-d’Arc
Heute begann das Abenteuer Frankreich so richtig. Über Landstraßen und ein kurzes Stück Autobahn ging es in Richtung Ardèche. Die Landschaft wurde mediterraner – Lavendelfelder, Olivenbäume, kleine Dörfer mit alten Steinhäusern. Leider blieb uns der Regen auch heute treu, aber wir waren vorbereitet.
Ankunft in Vallon-Pont-d’Arc
Ein wunderschöner Ort an der Ardèche, voller Flair und Leben. Ideal, um sich ein paar Tage niederzulassen, die Gegend zu erkunden – und ein bisschen zu entspannen.
Tagesetappe: ca. 600 km
Stimmung: Begeistert! Frankreich überrascht mich – die Straßen, die Natur, die Menschen
Highlight: Erste Ausblicke auf die Ardèche-Schlucht – spektakulär!
Tag 3 – Ruhetag in Vallon-Pont-d’Arc
Statt aufs Bike ging’s heute zu Fuß weiter – und das war genau richtig. Von Vallon-Pont-d’Arc sind wir 4 Kilometer zum berühmten Pont d’Arc gewandert – mit traumhaften Ausblicken auf die Flussschleife und das Tal. Am Pont selbst gab’s eine kleine Pause mit Blick auf den Bogen, der sich über den Fluss spannt – ein beeindruckendes Naturdenkmal.
Am Nachmittag besuchten wir die Grotte Chauvet 2 – eine beeindruckende Rekonstruktion der Höhle mit den ältesten bekannten Höhlenmalereien der Menschheit. Geschichte zum Anfassen, in perfekter Präsentation – man sollte sich jedoch nur bewusst sein, dass es sich um keine echt Höhle handelt.
Tagesaktivität: Wanderung & Höhlenbesuch
Stimmung: Entspannt, inspiriert
Highlight: Die Aussicht auf den Pont d’Arc und die beeindruckenden Höhlenmalereien




Tag 4 – Von Vallon-Pont-d’Arc nach Florac
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Ein fahrerisches Highlight! Wir starteten entlang der kurvenreichen Strecke durch die Ardèche-Schlucht – kaum Verkehr, dafür spektakuläre Ausblicke, Felsformationen und das Gefühl, mitten im Felsenmeer zu gleiten. Wer Zeit hat, sollte unbedingt eine der zahlreichen Höhlen entlang der Strecke besuchen – zum Beispiel die Grotte de la Madeleine, die tief in den Fels führt und faszinierende Tropfsteinwelten offenbart.
Anschließend ging’s hinein in die wilden Cevennen – enge Straßen, kleine Ortschaften, weite Fernblicke. Motorradfahren in seiner reinsten Form. In Florac fanden wir eine charmante Unterkunft – ideal zum Runterkommen.
Tagesetappe: ca. 160 km
Stimmung: Frei und lebendig
Highlight: Die Ardèche-Schlucht und die ersten echten Höhenmeter in den Cevennen



Tag 5 – Von Florac durch das Tarn-Tal zur Dargilan-Höhle und weiter Richtung Küste
Nach einer erholsamen Nacht in Florac ging es heute früh los – der Nationalpark der Cevennen liegt direkt vor der Tür, und so machten wir zuerst einen Stopp im Maison du Tourisme du Parc National des Cévennes. Dort holten wir uns Infos zu Routen und Highlights in der Region – sehr empfehlenswert, wenn man spontan plant oder versteckte Ecken entdecken möchte.
Danach ging’s ins Tarn-Tal – und was für ein Erlebnis! Der Tipp hier: unbedingt sowohl oben entlang der Schlucht (D986) als auch unten am Fluss (D907) fahren, wenn es die Zeit erlaubt. Von oben hat man grandiose Ausblicke auf das enge Tal, und unten spürt man die Kraft des Wassers und die Höhe der Felswände auf ganz andere Weise. Ideal für Biker: kaum Verkehr, viele Kurven, und hinter jeder Biegung ein neues Panorama.
Am Nachmittag stand die nächste Höhle auf dem Programm: Grotte de Dargilan, auch die „rosa Höhle“ genannt. Riesige Hallen, farbige Tropfsteine, ein ganz eigener Charakter – beeindruckend, wie unterschiedlich jede Höhle in dieser Region ist.
Abends entschieden wir uns, noch ein Stück Richtung Mittelmeer zu fahren. Ein schöner Tagesabschluss mit mediterranem Abendlicht, Olivenhainen und der Vorfreude auf Meer und neue Landschaften.
Tagesetappe: ca. 200 km
Stimmung: Aktiv, staunend, zufrieden
Highlight: Tarn-Tal doppelt erleben – von oben und unten, dazu die rosa Höhle Dargilan




Tag 6 – Von den Cevennen in die Camargue: Salz, Flamingos & das Mittelmeer
Nach den kurvenreichen Etappen durch Tarn und Cevennen führte uns die heutige Tour in eine ganz andere Landschaft: die Camargue. Plötzlich flach, weit, salzig – und voller Leben. Unser erstes Ziel war die berühmte Saline von Aigues-Mortes. Zu Fuß sind wir auf den beeindruckenden Salzberg hinaufgestiegen und wurden mit einer Wahnsinnsaussicht über die pink schimmernden Salzbecken und die umliegende Lagunenlandschaft belohnt.
Danach ging es weiter an die Mittelmeerküste nach Saintes-Maries-de-la-Mer, eine weiße, lebendige Stadt mitten im Naturpark der Camargue. Hier taucht man so richtig in die Landschaft ein, für die die Camargue berühmt ist: Weiße Camargue-Pferde, schwarze Stiere, Flamingos und riesige Sumpfgebiete, die mit dem Motorrad eine ganz besondere Kulisse bilden.
Wir haben die Gelegenheit genutzt, um am Meer entlangzuschlendern, die Stadt mit ihren typisch weißen Häusern zu erkunden und einfach mal das Meeresklima zu genießen. Für Natur- und Tierfans absolut ein Highlight der Reise! Am späten Nachmittag haben wir uns wieder aufs Motorrad geschwungen und sind weiter nach Avignon gefahren, wo wir für zwei Nächte unser Quartier aufgeschlagen haben. Nach so viel Natur tat ein bisschen Stadtleben auch wieder gut – und wir waren gespannt auf das kulturelle Herz der Provence!
Tag 7 – Ruhetag in Avignon: Papstpalast, Brücke und Altstadtflair
Der siebte Tag war unser Ruhetag, an dem wir die schöne Stadt Avignon in vollen Zügen genossen haben. Natürlich mussten wir die berühmte Brücke von Avignon, Pont Saint-Bénézet, sehen. Es ist nicht mehr die ganze Brücke erhalten, aber der Blick über die Rhône auf Avignon und die Landschaft ist einfach schön. Wer das berühmte „Sur le pont d’Avignon“-Lied kennt, wird sofort an die Geschichte und die alten Legenden denken. Der Rest des Tages war für uns pure Entspannung und Erkundung. Wir haben durch die verwinkelten Gassen der Altstadt geschlendert.


Tag 8 & 9 – Von Avignon über Lourmarin und Saint-Tropez nach Grimaud
Nach zwei Nächten in Avignon hieß es wieder: aufsteigen, losrollen, Provence erleben. Die Route heute war ein echtes Kontrastprogramm – von malerischen Dörfern bis zum Glanz der Côte d’Azur. Unser erster Halt: Lourmarin, eines der schönsten Dörfer der Provence. Eingebettet zwischen Weinbergen und Olivenhainen, versprüht das kleine Örtchen mit seinen Steinhäusern, Brunnen und kleinen Galerien richtig provenzalischen Charme. Ein kurzer Kaffeestopp wurde hier fast zu einem kleinen Fotoshooting – zu schön ist einfach die Kulisse!
Danach ging es weiter Richtung Süden – wo wir einen Ruhetag einlegten und plötzlich standen wir mitten im Luxusleben: Saint-Tropez! Yachten, Designerläden, Menschen in Leinenhemden. Ein bisschen verrückt, aber spannend, diesen berühmten Ort einmal mit eigenen Augen zu sehen. Wir blieben nicht lange, denn unser Ziel lag gleich um die Ecke – und war umso entspannter.
Wir ließen den Trubel hinter uns und fuhren weiter nach Grimaud, ein mittelalterliches Dorf oberhalb des Golfs von Saint-Tropez. Enge Gassen, eine Burgruine, tolle Aussicht – und viel Ruhe. Hier hat’s mir richtig gut gefallne.



Tag 10 – Von Grimaud über die Gorges du Verdon bis nach Grasse
Ein absolutes Highlight dieser Reise stand heute an: die Gorges du Verdon, der größte Canyon Europas! Die Fahrt durch den Verdon-Canyon war einfach atemberaubend. Türkisblaues Wasser, schroffe Felsen, spektakuläre Serpentinen – wer mit dem Motorrad unterwegs ist, wird hier absolut glücklich.
Tipp: Unbedingt sowohl die nördliche als auch südliche Route entlangfahren – also einen Loop, wenn man Zeit hat – beide Seiten bieten unglaubliche Ausblicke. Wir sind nur an einem tag durchgefahren. Ich empfehle euch aber unbedingt mehrere Tage, wenn möglich, einzuplanen, da man auch sehr gut Kayak fahren oder wandern könnte.
Am Abend erreichten wir Grasse, die Welthauptstadt des Parfums. Allein die Atmosphäre in der Altstadt war den Stopp wert, auch wnen wir erst spät angekommen sind.



Tag 11 – Von Grasse über Nizza bis nach Monaco
Heute stand die Côte d’Azur im Fokus – mit ihren schillernden Städten, dem Meer und den kurvigen Küstenstraßen. Wir fuhren über Nizza und genossen das Panorama entlang der berühmten Corniches. Der Verkehr war dicht, aber das Meeresblau und die Ausblicke entschädigten für alles. Kurz anhalten, durchatmen, und in NItte ins Meer springen – diese Momente bleiben.
Am späten Nachmittag rollten wir in Monaco ein. Beeindruckend, wie sich dieser kleine Stadtstaat zwischen Meer und Fels drängt. Formel-1-Kurve, Casinoplätze, schicke Yachten – aber auch schöne Gärten und ein ruhiger Blick über den Hafen.
Mich hat die Stadt richtig beeindruckt!

Tag 12 – Über die Alpenpässe nach Briançon
Von der Küste in die Höhe – und was für eine Tour das war! Heute fuhren wir durch die französischen Alpen, mit Stopps in den Gorges de Daluis, am Col de la Cayolle und schließlich über den Col de Vars. Jeder dieser Pässe hat seinen eigenen Charakter – von rötlich-felsig bis hochalpin und wild. Ein absoluter Traum für Motorradfahrer*innen! Und ich war so begeistert, als wir plötzlich von Schnee umgeben waren! Wir haben einige Male angehalten, um die Landschaft aufzusaugen – und um einfach mal durchzuatmen.
Übrigens: Die Alpenstraße, die überall bekannt ist, ist die Col de la Bonette. Leider hat diese meisten nur zwischen Juli und August geöffnet, weshalb wir sie nicht fahren konnten. Sie sieht jedoch atemberaubend aus und ich werde sie einem Besuch im Hochsommer defintiv mal mit einplanen.
Am Abend erreichten wir Briançon, die höchstgelegene Stadt Frankreichs. Umgeben von alten Festungsmauern und Bergen – der perfekte Ort für eine Übernachtung nach so einem eindrucksvollen Tag.



Tag 13 – Zurück nach Deutschland
Von Briançon über den Col de l’Échelle, dann durch die Schweiz Richtung Norden. Der Abschied von Frankreich fiel schwer, aber der Rückweg war landschaftlich nochmal richtig schön – beim Genfer See gab’s Alpenpanorama inklusive. Abends erreichten wir den Süden Deutschlands.

Tag 14 – Schwarzwaldstopp in Triberg: Wasserfälle & Kuckucksuhren
Wir legten einen letzten Reisetag im Schwarzwald ein – in Triberg. Mit Deutschlands höchsten Wasserfällen, traditioneller Kuckucksuhrkultur und entspannter Stimmung war das ein perfekter Zwischenstopp vor der Heimfahrt. Wir schauten uns die Triberger Wasserfälle an, wanderten ein wenig und ließen die Natur auf uns wirken. Natürlich durfte auch ein kurzer Besuch bei einer der größten Kuckucksuhr der Welt nicht fehlen. Ein schöner Ausklang, bevor es endgültig nach Hause geht.


Tag 15 – Heimreise
Nach zwei Wochen, über 4.000 Kilometern, unzähligen Pässen, Küstenstraßen, Dörfern, Städten und Momenten war es heute Zeit für die Rückreise. Die letzten Kilometer waren voller Gedanken – an alles, was wir gesehen und erlebt haben.
Fazit
Frankreich hat mich echt überrascht. Ich hatte diesen Teil Europas bisher nicht wirklich auf dem Radar – dabei ist er so vielseitig und ideal für Motorradreisen. Diese Reise war intensiver als erwartet. Südfrankreich ist so vielseitig: von Hochalpen bis Mittelmeer, von Urgeschichte bis Jetset, von Wildpferden bis Lavendelfeldern. Ich kann euch nur ermutigen: Packt eure Sachen, startet die Maschinen und erlebt es selbst! Wenn du Fragen zur Route oder Tipps brauchst – schreib mir gern. Und wer weiß? Vielleicht sehen wir uns ja irgendwo auf der Straße. Bis zum nächsten Abenteuer!

Hey, ich bin Nele!
Willkommen auf meinem Kanal – ich bin das Gesicht hinter @heyiamnele. Meine Mission ist es, Mut zu machen, die Komfortzone zu verlassen und durch coole Ausflugsziele zu inspirieren, mehr zu erleben und langanhaltende Erinnerungen zu schaffen. Ich reise regelmäßig um die Welt und teile meine Erfahrungen online mit meiner Abenteuer-Community! Wie cool, dass du ein Teil davon bist!
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